Video-Impuls · 1:37 min

Die drei Egos in uns

Wie ein Kind zur Spinne läuft, statt vor ihr wegzurennen.

Patric P. Kutscher

Manchmal verraten ein paar Sekunden Verhalten mehr über uns als Stunden Selbstreflexion. Etwa wenn ein kleines Mädchen eine Spinne nicht erschrickt, sondern rettet.

Patric P. Kutscher nutzt diese Beobachtung als Einstieg in die Transaktionsanalyse: drei Ich-Anteile in jedem von uns. Das Kindheits-Ich, das emotional geprägt ist. Das Eltern-Ich, das uns Sätze wie „pass auf, das musst du so machen“ eingibt. Und das Erwachsenen-Ich, das als Filter dient, wenn die ersten beiden lauter werden.

Die Pointe: Hätte das Kind eine spinnenphobische Mutter gehabt, wäre die Szene anders ausgegangen. Was uns prägt, prägt unsere Reflexe.

Häufige Fragen

Was Sie sonst noch wissen wollen

Was ist die Transaktionsanalyse?

Die Transaktionsanalyse ist ein psychologisches Modell, das das menschliche Verhalten in drei Ich-Zustände gliedert: Kindheits-Ich, Eltern-Ich und Erwachsenen-Ich. Sie wurde von Eric Berne in den 1950er Jahren entwickelt und ist heute fester Bestandteil vieler Coaching- und Therapieansätze.

Wer war Eric Berne?

Eric Berne (1910 bis 1970) war ein kanadisch-amerikanischer Psychiater und Begründer der Transaktionsanalyse. Sein Buch „Die Spiele der Erwachsenen“ (1964) machte das Modell international bekannt.

Was ist das Kindheits-Ich?

Das Kindheits-Ich umfasst alles, was wir emotional von unseren Eltern und frühen Bezugspersonen aufgenommen haben: Gefühle, spontane Reaktionen, Ängste, Begeisterung. Es meldet sich besonders in Stresssituationen.

Was ist das Eltern-Ich?

Das Eltern-Ich enthält alles, was wir verstandesmäßig von unseren Eltern übernommen haben: Regeln, Warnungen, „so macht man das“, Bewertungen. Es prägt unsere inneren Gebote und Verbote.

Wie kann ich die Transaktionsanalyse im Alltag nutzen?

Wenn Sie in einer Situation überreagieren, fragen Sie sich: Welches Ich spricht gerade? Das Kindheits-Ich? Das Eltern-Ich? Das Erwachsenen-Ich kann den Filter setzen und bewusst entscheiden, statt automatisch zu reagieren.

Welche Transaktionsanalyse Beispiele gibt es?

Patric P. Kutscher beobachtete, wie ein kleines Mädchen liebevoll eine Spinne rettete. Hätte die Mutter Angst vor Spinnen gehabt, hätte das Kindheits-Ich der Mutter das Verhalten des Mädchens vermutlich anders geprägt. Ein konkreter Alltagsmoment, in dem die TA sichtbar wird.

Vollständiges Transkript

Ein kleines Mädchen läuft durch ein Hotel-Lobby und entdeckt eine Spinne. Wieder erwarten, läuft die kleine zu der Spinne hin, ganz aufgeregt und sagt, Tegler, Tegler, komm her, ich muss dich retten, denn die Menschen können dich nicht leiden. Und tatsächlich, sie sammelt die Spinne ein und geht mit ihr nach draußen und lässt sie frei. Was war da passiert? In diesem Moment dachte ich an die Transaktionsanalyse. Werfen wir einen kleinen Blick darauf. Man geht davon aus, dass wir Menschen drei Egos in uns tragen. Ein Kindheitsich, ein Elternich und ein Erwachsenenich. Und alle drei prägen uns bzw. haben uns geprägt. Kindheitsich, alles was wir emotional von unseren Eltern mitbekommen haben. Elternich, alles was wir verstandesmäßig von unseren Eltern erzählt, aber auch eingeredet bekommen haben. Die sind so, das musst du so machen, hier musst du vorsichtig sein. Und dann das Erwachsenenich. Speicherkapazität unendlich und sollte als Filter dienen, wenn sich das Kindheitsich und das Elternich in einer Art und Weise melden, die uns nicht gefällt. Spannend, hätte das kleine Mädchen eine Mama gehabt, die Angst vor Spinnen hat, dann wäre sie wahrscheinlich vor der Spinne davon gelaufen. Also lassen sie uns darauf achten, was uns geprägt hat.

Aus dem Impuls wird die Übung

Geschichten öffnen den Kopf. Das eigentliche Training beginnt im persönlichen Coaching oder Seminar.

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