Manchmal verraten ein paar Sekunden Verhalten mehr über uns als Stunden Selbstreflexion. Etwa wenn ein kleines Mädchen eine Spinne nicht erschrickt, sondern rettet.
Patric P. Kutscher nutzt diese Beobachtung als Einstieg in die Transaktionsanalyse: drei Ich-Anteile in jedem von uns. Das Kindheits-Ich, das emotional geprägt ist. Das Eltern-Ich, das uns Sätze wie „pass auf, das musst du so machen“ eingibt. Und das Erwachsenen-Ich, das als Filter dient, wenn die ersten beiden lauter werden.
Die Pointe: Hätte das Kind eine spinnenphobische Mutter gehabt, wäre die Szene anders ausgegangen. Was uns prägt, prägt unsere Reflexe.
Vollständiges Transkript▾
Ein kleines Mädchen läuft durch ein Hotel-Lobby und entdeckt eine Spinne. Wieder erwarten, läuft die kleine zu der Spinne hin, ganz aufgeregt und sagt, Tegler, Tegler, komm her, ich muss dich retten, denn die Menschen können dich nicht leiden. Und tatsächlich, sie sammelt die Spinne ein und geht mit ihr nach draußen und lässt sie frei. Was war da passiert? In diesem Moment dachte ich an die Transaktionsanalyse. Werfen wir einen kleinen Blick darauf. Man geht davon aus, dass wir Menschen drei Egos in uns tragen. Ein Kindheitsich, ein Elternich und ein Erwachsenenich. Und alle drei prägen uns bzw. haben uns geprägt. Kindheitsich, alles was wir emotional von unseren Eltern mitbekommen haben. Elternich, alles was wir verstandesmäßig von unseren Eltern erzählt, aber auch eingeredet bekommen haben. Die sind so, das musst du so machen, hier musst du vorsichtig sein. Und dann das Erwachsenenich. Speicherkapazität unendlich und sollte als Filter dienen, wenn sich das Kindheitsich und das Elternich in einer Art und Weise melden, die uns nicht gefällt. Spannend, hätte das kleine Mädchen eine Mama gehabt, die Angst vor Spinnen hat, dann wäre sie wahrscheinlich vor der Spinne davon gelaufen. Also lassen sie uns darauf achten, was uns geprägt hat.