Praxiswissen
Kommunikation in einem Satz
Von Patric P. Kutscher
Abschnitte dieses Artikels
Zwischen den Worten
Patric P. Kutscher, Kommunikationswissenschaftler, Publizist und Journalist, auf die Frage:
Wie funktioniert Kommunikation?
Manchmal gar nicht.
George Bernard Shaw sagte einmal:
„Das einzige Problem an der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte stattgefunden.“
Flankiert man dieses Zitat mit Worten von Antoine de Saint-Exupéry, der sagte, dass die Sprache die Quelle aller Missverständnisse ist, dann erkennt man die Herausforderung.
Verbal, nonverbal, paraverbal
Das Wort Kommunikation stammt vom lateinischen communicatio, was „Mitteilung“ bedeutet. Sich mitteilen kann man auf verschiedene Art und Weise: verbal, nonverbal und paraverbal.
Verbal kommunizieren wir immer dann, wenn wir sprechen.
Nonverbal kommunizieren wir, wenn wir nicht sprechen, aber unsere Körpersprache, unsere Gestik, unsere Mimik kommunizieren.
Und paraverbal bedeutet, dass der Ton einen ganz entscheidenden Faktor in der Kommunikation, der mündlichen Sprache, hat.
Buchstabenwert und Lautwert
Man unterscheidet den Buchstabenwert eines Wortes vom Lautwert.
Ein Beispiel: Das Wort NEIN hat einen Buchstabenwert von N E I N. Der Lautwert des Wortes NEIN dagegen kann viele Facetten haben, von einem zögerlich wohlwollenden NEIN über ein sachliches NEIN bis hin zu einem energischen ‚Lass mich in Ruhe‘-NEIN.
Der erste Eindruck und der richtige Zeitpunkt
Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt.
Albert Mehrabian, Psychologe und Professor an der University of California, hat in einer Studie herausgefunden, dass im ersten Aufeinandertreffen von Menschen die Körpersprache und der Klang der Stimme wesentlich wichtiger sind als das, was man sagt.
Dann spielt der richtige Zeitpunkt eine Rolle, sprich, wann man etwas sagt.
In Bildern sprechen
Beherrscht man zudem die Kunst, in Bildern zu sprechen, dann versetzt man den anderen in die Lage, das Gesagte zu begreifen.
Konrad Lorenz wusste schon:
„Hören heißt nicht verstehen,
verstehen heißt nicht akzeptieren
und akzeptieren heißt nicht tun.“
Um Menschen allerdings dazu zu bekommen, dass sie tun, was man gerne hätte, ist es enorm hilfreich, in Bildern zu sprechen.
Erst die Beziehung, dann die Sache
Ein weiterer Aspekt ist die Beziehung zu einem Menschen, denn wenn die Beziehung stimmt, dann kann man in der Sache nahezu alles regeln.
Dann bitte nicht einfach machen, sondern um Erlaubnis fragen und, ganz wichtig, keine Behauptungen aufstellen, sondern den anderen durch Fragen selbst erkennen lassen, welcher Schluss zu ziehen ist.
Der andere sollte immer erkennen können, was er davon hat, wenn er macht, was wir sagen.
Nicht der Mund, sondern das Herz
Wir sehen, Kommunikation ist schwer und einfach. Aber wie sagt man so schön: Alle Dinge sind schwer, bevor sie leicht werden.
Deshalb ist es so wichtig, sich in Kommunikation zu üben und sich immer wieder ein Feedback einzuholen.
Im Laufe eines Lebens voller bewusster Kommunikation beobachtet man etwas Spannendes. Wenn man wirklich am anderen interessiert ist, die Interessen des anderen gar über die eigenen stellt, dann erkennt man, dass es in der Kommunikation gar nicht um den Mund, sondern um das Herz geht.
Und das Herz macht Stimmung
und die Stimmung bestimmt den Ton.
Und im richtigen Ton kann man alles sagen.
Möchten Sie diese Techniken in der Praxis trainieren? Ein persönliches Coaching oder Seminar macht den Unterschied.