Praxiswissen

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Wenn Emotionen zuhören: Warum Argumente gegen Gefühle meist verlieren

Von Patric P. Kutscher

Denkschule Kommunikation, Teil 2

Warum Argumente gegen Gefühle meist verlieren.

Viele Gespräche scheitern nicht daran, dass die besseren Argumente fehlen.

Sie scheitern daran, dass niemand mehr in der Lage ist, sie aufzunehmen.

Wir stellen uns Kommunikation oft wie eine Debatte vor.

Der eine bringt Fakten. Der andere hört zu. Dann entscheidet das bessere Argument.

So funktioniert der Mensch aber nicht.

Das Gehirn prüft nicht auf Wahrheit, sondern auf Bedeutung

Unser Gehirn prüft neue Informationen nicht zuerst auf ihre Wahrheit.

Es prüft sie auf ihre Bedeutung.

Bin ich sicher? Werde ich angegriffen? Verliere ich Ansehen? Muss ich mich verteidigen?

Erst wenn diese Fragen unbewusst beantwortet sind, entsteht überhaupt die Bereitschaft zuzuhören.

Deshalb erleben Führungskräfte, Eltern oder Partner immer wieder dieselbe Enttäuschung:

„Ich habe doch alles logisch erklärt.“

Wahrscheinlich stimmt das.

Nur leider spricht Logik eine andere Sprache als Angst, Wut oder Scham.

Das Problem ist nicht die Lautstärke. Das Problem ist das Gewitter

Emotionen sind keine Störung der Kommunikation.

Sie bestimmen, ob Kommunikation überhaupt stattfinden kann.

Wer versucht, gegen starke Gefühle anzureden, gleicht einem Menschen, der während eines Gewitters die Lautstärke seines Radios erhöht.

Das Problem ist nicht die Lautstärke.

Das Problem ist das Gewitter.

Einen Zustand schaffen, in dem Zuhören wieder möglich wird

Deshalb beginnt gute Kommunikation selten mit einer Antwort.

Sie beginnt mit einer Beobachtung.

Was fühlt mein Gegenüber gerade? Welche Sorge steckt hinter dem Einwand? Welches Bedürfnis versucht dieser Mensch zu schützen?

Wer das versteht, verändert seinen Blick auf schwierige Gespräche.

Plötzlich geht es nicht mehr darum, Recht zu behalten.

Sondern darum, einen Zustand zu schaffen, in dem Zuhören wieder möglich wird.

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis überhaupt:

Menschen hören Argumente erst dann, wenn sie sich nicht mehr gegen sie verteidigen müssen.

Und genau deshalb beginnt Kommunikation nicht im Mund.

Sie beginnt im Nervensystem.

Vielleicht besteht der größte Irrtum darin zu glauben, gute Kommunikation sei eine Begabung.

Aus meiner Erfahrung ist sie vor allem eine Denkschule.

Und jede Denkschule kann man lernen.

Möchten Sie diese Techniken in der Praxis trainieren? Ein persönliches Coaching oder Seminar macht den Unterschied.

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